Gastbeitrag Rainer Weigt: Ostermarsch Bombodrom

Bericht von einer gelungenen Veranstaltung von Friedensaktivisten und Gegnern des Truppenübungs- und Luft-Boden-Schießplatz Wittstock am Ostersonntag (12.04.09) …

Ein Osterspaziergang!

Die Bombodrom-Gegner, aus der Kyritz-Ruppiner-Heide, hatten wie jedes Jahr am Ostersonntag, zum Osterspaziergang aufgerufen. Leider haben wir die Auftaktveranstaltung in Fretzdorf verpasst. Wir kamen aber noch zeitig genug, um uns am Ende des Demo- Zuges anzuschließen.

Von ganz hinten waren viele Teilnehmer zu sehen, nur die Spitze des Zuges war nicht zu erkennen. Mit Musikanten unterwegs und dem herrlichen Frühlingswetter ging es bei guter Laune zur großen Wiese am Rande des geplanten Luft-Boden-Schießplatzes. Als der Wald die Sicht freigab, konnten wir die zahlreichen Teilnehmer sehen, offiziell über 10.000. Es war beeindruckend wie viele Bürger ihren Protest zeigen wollten.

Diese Proteste begannen 1992, als die Bundeswehr plötzlich Ansprüche auf Nutzung des Areals anmeldete und wurden seither ideenreich weiter entwickelt. Auch die 27 bisherigen, erfolgreichen Prozesse sprechen für sich.

Die reichlichen Transparente und Fahnen zeugten von der Vielfalt der beteiligten Initiativen. Diese Vielfalt war auch in der Rednerliste zu erkennen. Alle brachten die Freude über die erreichten Erfolge, sowie die Notwendigkeit weiterzumachen bis zur endgültigen Aufgabe des Bombodrom’s durch die Bundeswehr, zum Ausdruck. Doch auch die Forderungen nach überregionaler Abrüstung und weltweiter Friedenspolitik kamen nicht zu kurz.

Eine Zwischenaktion ist besonders erwähnenswert. Eine Gruppe mit großen Pappen stellte sich vor der Bühne auf. Darauf waren rote und blaue Buchstaben. Die hochgehaltenen Schilder verdeckten die Bühne mit dem Spruch „FRAU MERKEL SAGEN SIE BASTA“. Dann wurden die Pappen gedreht und in blauer Schrift war zu lesen „UNSERE WAHL: KEIN BOMBODROM

Als letzter Redner kam Wiglaf Droste zu Wort. Er gilt als schärfster satirischer Zeitkritiker und Parallelen zu Kurt Tucholsky sind durchaus erkennbar. Er machte seinem Ruf alle Ehre. In scharfer satirischer Form nahm er die bisherige Regierungspolitik und dieser entgegenstehende „volksfreundliche“ Vorwahlaussagen aufs Korn. Besonders warnte er vor Heuchelei, egal unter welchem Deckmäntelchen. Den Militärs sprach er Lernfähigkeit völlig ab. Seine gekonnte Satire fand viel Zustimmung und offene Ohren.

Die 4 Musiker der Gruppe „Colinda“ heizten dann, mit ihrer generationsübergreifenden Musik, den Teilnehmern ein. Verpflegungsstände waren auch vorhanden. So endete dieser Osterspaziergang als Volksfest mit Tanz und ausgelassener Stimmung.

_______________________

Rainer Weigt 14.04.09

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: