Nahostkonflikt: Noch ein paar Gedanken zu Wahrheit und Frieden

Leider lässt einen dieses Thema nicht los, zu dem ich erst vor kurzem hier auf dem Blog geschrieben hatte. In zwei Artikeln, die ich gestern unter der Rubrik „Partnernetzwerk-News“ verlinkt hatte, wurden neue Details bekannt gegeben, die einen nicht nur davon überzeugen müssen, dass die Begriffe im Titel des Artikels zumindest für die israelische politisch-militärische Führung keinerlei Bedeutung haben … man muss auch immer wütender werden und mit lauter, vereinigter Stimme nach endgültiger Abhilfe rufen!

Was von der neuen Regierung in Israel zu erwarten ist, war Menschen, die sich ernsthaft und objektiv mit der Sache beschäftigen, natürlich längst klar. Dennoch empfiehlt es sich nach wie vor, nachzulesen, was Uri Avnery in seinem jüngsten Artikel Wer ist der Boss (dt. Original in einer Übersetzung von Ellen Rohlfs und Christoph Glanz) dazu geschrieben hat.

Allerdings muss ich (aus meiner persönlichen Sicht) einschränkend anmerken, dass man aufs falsche Pferd setzen dürfte, wenn man sich zu der Hoffnung hinreißen lässt, dass die Obama-Administration irgend etwas zu einem reellen Friedensprozess beisteuern könnte – gar nicht erst davon zu reden, ob dies wirklich als vage Möglichkeiten in den Köpfen von Obama, Clinton und ihren zahlreichen Beratern herum spukt. Jede an diese Adresse verschwendete Hoffnung kann sich meiner Ansicht nach am Ende nur als eine herbe Enttäuschung entpuppen!

Damit zu den besagten Artikeln …

Beseitigte Gerechtigkeit (Israels Umgang mit Kriegsverbrechen) lautet der deutsche Titel eines Artikels (Original bei Ha’aretz, übersetzt von Ellen Rohlfs) von Gideon Levy, der am 5. April auf Hintergrund.de veröffentlicht wurde.

Kommentieren möchte ich das nicht wirklich … man kann sich aber auch sehr kurz fassen und darauf hinweisen, dass etwas anderes eigentlich nicht zu erwarten war. Wer sich eingehender mit der „israelischen Geschichte und Politik“ befasst, muss zwangsläufig zu der Einsicht gelangen, dass hier offenkundig eine „umfassende Lösung des Palästinenserproblems“ angestrebt wird – und dass diese „Lösung“ um jeden Preis herbeigeführt werden soll, auch wenn es eventuell das Ende des „Staates Israel“ oder doch zumindest den Tod seiner Bevölkerung bedeuten könnte … das sollte den dort lebenden und dieser Politik mit ihrem Wahlverhalten und ihrer „öffentlich ausgedrückten Meinung“ Vorschub leistenden Menschen weit mehr als uns zu denken geben!

Israel annektiert Ost-Jerusalem, sagt die EU (Originalartikel, übersetzt von Ellen Rohlfs von Tlaxcala) ist ein Artikel von Rory McCarthy überschrieben …

Dazu ist eigentlich auch nichts anderes und nicht mehr als oben anzumerken. Die Anwendung unverhältnismäßiger Gewalt „zur Abwehr von palästinensischem (arabischem) Terror“ ist nun mal ebenso Bestandteil des „klassischen israelischen Verhaltensmusters“ wie der völkerrechtswidrige Landraub an der palästinensischen Bevölkerung … beides stellt klare und unentschuldbare Verstöße gegen (überall, außer in Israel) geltendes Internationales Recht dar! Und da stellt sich doch einfach die Frage, wie es angehen kann, dass ein so kleines (wenn auch vor Militär- und Atommacht nur so überquellendes) Fleckchen Erde wie der Staat Israel derart weit über allem Recht und Gesetz stehen und gleichzeitig von sich behaupten kann (frei nach Alan Dershowitz und anderen führenden Apologeten Israels), die „Herrschaft des Rechts“ wie kein zweiter Staat hochzuhalten und dies mit einer hohen moralischen und strikt demokratischen Geisteshaltung zu verbinden … zynischer geht’s nimmer!

Ergänzen kann und muss man das noch mit einem Artikel, der am 5. April bei unserer Partnerseite SaarBreaker veröffentlicht und von mir auch verlinkt wurde. Auch hierin geht es um die kriminellen Praktiken Israels bei der völkerrechtswidrigen Landnahme in Ost-Jerusalem.

Zu welchem Resultat kommt man, wenn man diese Artikel liest und sich die tatsächliche Lage im Nahen Osten vor Augen hält? Im Grunde genommen kann man daraus nur folgern, dass es keinen Frieden geben kann, weil die Wahrheit eben doch keine reelle Chance bekommt, sich gegen die verlogenen Fassaden und kriegerischen Ambitionen der zionistischen Strippenzieher zu behaupten … aber das will ich ebenso wenig wahrhaben, wie ich daran glaube, dass man diesem Irrsinn mit vereinter Stimme aller an Frieden und Gerechtigkeit interessierter Menschen beenden kann!

Dass sich gerade die jüdischen Stimmen immer vehementer zu Wort melden, die das israelische Regime und dessen internationale Schutzmächte für das unmenschliche und himmelschreiende Unrecht gegenüber der palästinensischen Zivilbevölkerung scharf attackieren und umgehend wirksame Lösungen fordern, ist meiner Ansicht nach das deutlichste Zeichen dafür, dass wir alle – und zwar insbesondere hier in Deutschland, in Israel selbst und in den USA! – aufgerufen sind, unsere Stimme immer lauter zu erheben und ein Ende des „zionistischen Projekts Israel“ zugunsten einer gerechten und friedlichen „Zwei-Staaten-Lösung“ zu fordern.

Das ist seit 40 Jahren überfällig und sollte nun – nicht zuletzt gemäß den lange ergangenen und lediglich von der immer gleichen Fraktion verhinderten UN-Resolutionen, die das im Namen der Weltgemeinschaft schon lange einfordern – auch endlich verwirklicht werden.

Selbstverständlich kann ich nur für mich persönlich und die Menschen in meiner direkten Umgebung sprechen, aber wir finden diese Situation in Palästina mit jedem Tag mehr unerträglich und fühlen uns aufs engste mit den jüdischen Streiterinnen und Streitern für einen gerechten Frieden im Nahen Osten verbunden. Das allein, diese Übereinstimmung im Denken und Fühlen, aber eben auch in der Argumentation und im Handeln, die über kulturelle, nationale und religiöse Grenzen hinweg heranzuwachsen beginnt, sollte uns nicht nur zu vermehrten Anstrengungen anhalten, sondern … uns auch die Hoffnung und Zuversicht vermitteln, dass man diesem Wahnsinn in der Tat ein Ende setzen kann, wenn sich alle Gegner dieser „Politik“ in der gleichen Weise zusammenschließen.

Eine Antwort

  1. […] Von Hans-D. Ziran – Der AmSeL-Gedanke Plus = Gemeinschaft […]

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