Steinbach zieht zurück, aber die Hassdebatte wird fortgesetzt

Manch eine/r wird jetzt sicherlich empört aufmerken, dass man die „Diskussionen“ rund um Erika Steinbach, den Bund der Vertriebenen und das geplante Vertriebenenzentrum doch auf keinen Fall eine „Hassdebatte“ nennen könne … ich hingegen stehe dazu und betone, dass dieser Begriff gerade wegen dem polnischen Wortführer und seinem nationalistischen politischen Umfeld sogar höchst angemessen erscheinen muss!

Mit dieser Aussage beziehe ich mich auf die „Quelle sueddeutsche.de“ und deren Artikel vom heutigen Donnerstag … Kaczynski zu Vertreibungen:Heute inakzeptabel, damals notwendig“ und möchte die geschätzte Leserschaft auch dazu auffordern, sich die Kommentare ebenfalls zu Gemüte zu führen.

Bei den Kommentaren fällt zunächst einmal auf, dass zahlreiche Wortmeldungen mit Verweis auf die „Nettikette“ gelöscht (nicht veröffentlicht) wurden. Das mag einerseits davon zeugen, dass sich der Unmut so mancher Leser/innen über dieses perverse deutsch-polnische Possenspiel in Form von eindeutigem und hartem Tobak äußerte – andererseits muss aber auch davon ausgegangen werden, dass die Auswahlkriterien der zuständigen Redaktion maßgeblich vom „Verhaltenskodex der Politischen Korrektheit“ bestimmt werden dürften. Aber sei’s drum …

Als wichtiges Exempel möchte ich explizit einen Kommentar herausgreifen und ihn mit einer Passage zitieren, die meiner Ansicht nach – sicherlich ungewollt von Seiten des Autors – auf den unbestreitbaren Knackpunkt in dieser und jeder artverwandten Diskussion hinweist. Gemeint ist der Kommentar von „meisterslx“ – heute, 08:28 Uhr – der unter der Überschrift „Hier wird von vielen so getan als sei Polen ein Schurkenstaat (gewesen)“ die typische offizielle Geschichtsversion wiedergibt und dann – darauf kommt es mir an – behauptet (fraglos zu Recht, was aber nicht bedeutet, dass man damit konform gehen und es gutheißen muss) … ich zitiere:

[…] Dies lernt man übrigens alles schon im Gymnasium, ist alles allgemein bekannt.

Zitat Ende.

Genau diese „Weisheit und Wahrheit“, die das System auf allen Bildungsebenen vom Kindergarten bis zur Universität verbreitet und deren kritische Widerlegung bei Strafe verboten ist, ist einer der Gründe dafür, warum ich immer wieder betone, dass wir keine Zukunft haben können, wenn wir uns nicht objektiv und kritisch mit der Vergangenheit auseinandersetzen und auch das Recht einfordern, tatsächliche Beweise gegen vorgegebene Systembehauptungen („offizielle Geschichtsschreibung“) stellen und die Frage nach „richtig oder falsch“ in einer öffentlichen Diskussion ohne Geheimhaltung und Verschlussakten klären zu können.

Aber damit zum eigentlichen Thema, das ich schon vor einiger Zeit aufgreifen wollte, es dann aber immer wieder gelassen habe … wahrscheinlich, weil mir mein Verstand sagte, dass ich damit zwar meinen Zorn zum Ausdruck bringen, aber keine sinnvolle und wahrheitsgemäße Diskussion anschieben könnte?!?

Zu Frau Steinbach und ihrer Parteifreundin / Seelenverwandten Angela Merkel möchte ich gar nichts schreiben – außer, dass ich jetzt so richtig gespannt bin, wie unsere Bunte Kanzlerin auf dieses Nachharken der polnischen Seite reagiert, nachdem ihre gute Freundin doch „alles getan hat“, um die leidigen Diskussionen im Sinne der Sache aller Vertriebenen zu beenden. (Dann fragt sich allerdings, warum sie in Erwiderung der Kaczynski-Attacke und zur Unterstreichung ihres „uneigennützigen“ Rückzugs davon schwafelt, dass ihr Verzicht sich als ein „Pyrrhus-Sieg“ für Polen erweisen werde?)

Zur polnischen Ansicht, die sich ja in Kaczynskis Aussage klar widerspiegelt, die ich als irgendwo zwischen schizophren und infam schwebend bezeichnen würde, kann ich nur wiederholt fordern, dass man endlich ernsthafte Untersuchungen einleitet und Geschichtsforschung betreibt, damit all diese „antideutschen“ und immer wieder auf Kriegs- und Kollektivschuld abhebenden Feindseligkeiten endlich mal abgebaut werden können. Dies kann und wird niemals funktionieren, solange das deutsche Volk immer zurückstecken und gesenkten Hauptes Einsicht üben soll, obwohl es weit mehr als nur berechtigte Zweifel an den offiziellen Standpunkten zu diesen und ähnlichen Fragen anzumelden gilt.

Zur Vertriebenenproblematik an sich … nun ja, die einzelnen Verbände und ihre federführenden Funktionäre sehe ich auch eher kritisch, zumal man die Zeit nicht einfach so zurückdrehen und alles (auf allen Seiten!) geschehene Unrecht ungeschehen machen oder „wenigstens in Heller und Pfennig aufgerechnet“ qua Entschädigungsforderung „erträglicher gestalten“ kann. – Ich würde jedoch anregen, dass die „Bereitschaft zu vergeben und zu vergessen“ nicht länger einseitig von den Vertriebenen oder ihren Nachkommen gefordert wird, sondern dass man auch mal einen Schlussstrich unter die Schuldzuweisungen und Reparationsforderungen ziehen sollte, die umgekehrt ungebremst gegen das deutsche Volk vorgebracht werden. Für mich ist die Frage, ob die ehemals deutschen Gebiete in ihrer derzeitigen Form weiterbestehen oder wieder dem deutschen Staat zugesprochen werden sollen, sowieso hirnrissig – und wenn überhaupt, dann kann sie nur durch völkerrechtskonforme Abstimmungen ihrer heutigen Bevölkerungen beantwortet werden.

In jedem Fall halte ich es angesichts der mittlerweile verfügbaren Beweise für Gräueltaten an deutschen „Minderheiten“ (oftmals waren die Deutschen in den annektierten Gebieten das exakte Gegenteil davon!), die sowohl von Polen als auch von Tschechien – aber auch von den Besatzungsmächten (in Form von unterlassener Hilfeleistung und ähnlichem mehr) begangen wurden, ebenso wenig dem Vergessen anheim fallen dürfen, wie die Verbrechen, die unter der „Herrschaft“ der Nationalsozialisten an Juden und anderen Bevölkerungsgruppen verübt wurden.

Und ich verlange dies nicht zuletzt, weil für die Gräueltaten jedweder Art und jeglichen Ursprungs dieselben „Kräfte und Kreise“ verantwortlich zeichneten, die sich heute wieder anschicken, die Menschheit unter das Diktat wirtschaftsfaschistischer und neufeudalistischer Eliten zu stellen … auf Teufel komm raus und egal, was es kostet und an Opfern fordert … gerade so wie „damals“.

2 Antworten

  1. @moltaweto

    Volle Zustimmung meinerseits. Völlig hirnrissig was der Pole da von sich gibt.Wie Sie ja schrieben, gibt es genug Beweise für die damaligen Ereignisse. Was die Polen und die anderen den deutschen angetan haben darf nicht öffentlich bekannt werden Es könnten einige aufwachen und zu viele Fragen stellen. Die Schulbücher sind eine reine Geschichtsfälschung. Die jungen Leute müssen das ja glauben. Sie kennen ja nichts andres.
    Wenn die ganze WAHRHEIT mal ans Tageslicht kommt, kommen die sich dann vor, wie in einem Alptraum.
    Eigentlich wollte ich ja nur schreiben: Warum kommt mir das so bekannt vor? Wir vor Beginn des WK2 nur mit anderen Mitteln. Gott sei Dank, nicht mit gleichen.
    Danke für den gelungenen Artikel
    Mit besten Grüssen
    Jan

  2. Hallo Jan,

    danke für den Kommentar. Leider ist es so, wie Sie es darstellen … was nicht in das „genehmigte Geschichtsbild“ passt muss ausgeblendet und verschwiegen werden. Aber es ist nun mal so – ob leider oder zum Glück möge jeder selbst beurteilen, dass sich die Wahrheit auf Dauer nicht kleinhalten lässt.

    In der Tat sind die Prallelen zwischen „damals“ und heute kaum mehr zu ignorieren, aber wie man ja leider sieht, gelingt es vielen Mitmenschen, sich erfolgreich gegen das Erwachen zu stemmen. Warten wir es mal ab, ob die Menge jener Menschen, die aufzuwachen und sich dem Geschehen entgegenzustellen wagen, am Ende ausreichen wird? Es spricht jedoch einiges dafür, dass dem so sein wird …

    Beste Grüße retour
    Hans (aka moltaweto)

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