Gastbeitrag von Rainer Weigt: Bericht zu GEH DENKEN, Dresden 14.02.09

Der Bericht zum ersten Gastbeitrag, den wir im Original und unkommentiert übernehmen und mit der ausdrücklichen Genehmigung des Autors zur Verfügung stellen.

GEH DENKEN 14. Feb. 2009

Ein Bündnis aus verschiedenen Jüdischen, Christlichen und Parteiunabhängigen Initiativen, aber auch Parteien aus Dresden und Sachsen haben zum „GEH DENKEN – ein klares Stopp zum Rechtsextremismus“ aufgerufen. Nur die Dresdner CDU wollte nicht mitmachen. Warum wohl, wofür brauchen die Schwarzen die Braunen? Diese Frage muss man sich bei den Ereignissen in Dresden stellen.

Der DGB und bundesweit Die Linke, Die Grünen und die SPD haben diesen Aufruf tatkräftig unterstützt. Besonders DGB und SPD haben Geld für Busse und Verpflegung bereitgestellt.

Leider kamen die Infos dazu nur teilweise und recht spät bei der Bevölkerung an.

Ich habe ich mich für den Bus des DGB von Potsdam über Ludwigsfelde, Luckenwalde und Jüterbog angemeldet. Als IG- Metaller brauchte ich nichts zu bezahlen und reichlich zu Essen gab es außerdem. Leider war der Bus nur zur Hälfte besetzt. Dafür bekam jeder zwei reichliche Lunch- Pakete und es herrschte eine gute Stimmung.

Durch die Wartezeiten und eine halbstündige Zwangspause für den Fahrer kamen wir nicht pünktlich am Goldenen Reiter an. Wir sahen aber den Demozug noch und durch eine Abkürzung am Elbufer konnten wir uns noch vor der Carolabrücke anschließen. An der Synagoge / Hasenberg war dann eine Zwischenkundgebung. Ein Rabbi und Vertreter der verschiedenen Initiativen sprachen dort zu uns und dankten für unsere zahlreiche Teilnahme. So wurde in Dresden ein gutes,

deutliches Zeichen gegen rechtes Gedankengut und für Versöhnung gesetzt. Ich selbst trug ein Schild in DIN A 4 mit folgendem Satz:

DRESDEN! MAHNUNG und BEISPIEL für VERSÖHNUNG über GRÄBERN“

Viele Ältere aber auch junge Demonstranten haben mir deshalb freundlich zugenickt und einige gute Gespräche gab es auch.

Dann zogen wir weiter zum Theaterplatz. Dort brachten uns Jenaer Musiker in Stimmung, denn das Wetter war zwar trocken aber unfreundlich und kalt. Nach solidarischen Grüßen der Schauspieler Stefanie und Wolfgang Stumpf traten die bundesweiten Größen ans Mikrofon. Den größten Anklang fand Gregor Gysi, denn die Linken waren sichtbar zahlreich anwesend. Doch auch Michael Sommer, Franz Müntefering und Claudia Roth kamen gut an. Jeder hat mit seinen Worten die gleichen Aussagen gemacht, die ich mit folgenden Sätzen zusammenfassen möchte:

Der Missbrauch des Dresdner Gedenkens durch Neonazis ist eine üble Provokation. Alle Demokraten müssen sich dagegen wehren und dürfen Dresden nicht den Nachfolgern, der wahrhaft Schuldigen an der Zerstörung deutscher Städte und ihrer Bürger, überlassen.

Gegen Gewalt und Fremdenhass müssen wir alle Position beziehen, damit es nicht wieder zu spät sein wird. Das Gedenken muss alle Opfer des Krieges einschließen und zur Versöhnung führen.

Viele Teilnehmer bekundeten mit weißen Rosen die Wichtigkeit der Versöhnung, die ich als Überlebender des

13. Februar 1945 aus ganzem Herzen unterstütze.

Vom Abschlusskonzert haben wir nicht mehr viel erlebt, denn wir mussten zurück zum Bus, damit wir wieder gut nach Hause kommen.

Wir haben ein wichtiges Zeichen gesetzt, aber nächstes Jahr müssen wir noch mehr werden.

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Rainer Weigt 15.02.2009 Tal 01701515677

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