Gastbeitrag von Rainer Weigt … Dresden 13. Februar 1945

Den nachfolgend veröffentlichten Gastbeitrag, der aus gegebenem historischen Anlass und auch beim Blick auf die Zukunft unseres Landes – als gleichberechtigtes und echte Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt tragendes Mitglied der Völkergemeinschaft – von mir übernommen und weiter verbreitet wird, braucht man meiner Ansicht nach nicht mehr zu kommentieren, da er alles zum Ausdruck bringt, was gesagt werden sollte und muss.

Dresden 13. Februar 1945

Die Dresdner Altstadt versank damals in Schutt und Asche. Die Schätzungen liegen bei 30.000 bis 70.000 Toten. Dresden war militärisch unbedeutend und hatte keine wichtigen Rüstungsbetriebe. Dafür waren sehr viele Flüchtlinge in Dresden.

Es war ein Terrorangriff der die Bevölkerung treffen und demoralisieren sollte. Ich habe diese Zerstörung als gerade 2-jähriges Kind überlebt. Viele Kinder starben an den Folgen noch Tage und Wochen danach. Ich selbst habe noch heute gesundheitliche Schäden davon. Der ganze Wahnsinn des Krieges hat sich in Dresden und anderen Städten ausgetobt.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass in Guernica, Rotterdam, Coventry und London Deutsche mit dieser Art Kriegsführung begonnen haben.

Meine Gedanken zu solchen Katastrophen formuliere ich folgendermaßen: Krieg löst keine Probleme, sondern schafft größere Neue. Die Unmenschlichkeit des Krieges darf nicht zu neuem Hass und nationaler Überheblichkeit führen, sondern muss uns dazu bringen andere Völker zu achten und mit ihnen freundschaftlichen Umgang zu suchen. In Zentraleuropa ist es auch teilweise Wirklichkeit geworden. Im Osten Europas ist dieser Weg oft noch sehr schwierig. Auf den anderen Kontinenten unserer Erde toben teilweise weiterhin schreckliche Kriege und wird weiterhin Hass, durch weltweite Monopolinteressen, geschürt.

Dresden kann als gutes Beispiel für den Abbau von Hass und Rachegedanken gelten. Die Ruine der Dresdner Frauenkirche habe ich als notwendige Mahnung gegen Krieg und Zerstörung gesehen und den Wiederaufbau in alter Pracht wollte ich nicht.

Die weltweiten Spenden und der Aufbauwille der ehemaligen Kriegsteilnehmer haben mich aber doch zum Nachdenken gebracht. Heute kann ich in der neuen Frauenkirche ein starkes Symbol der Versöhnung sehen. Jetzt ist es wichtig, Zeichen gegen nationale Überheblichkeit und rassistische Verblendung in unserem Land zu setzen. Der Aufruf, am 14. Februar des Dresdner Weges zur Versöhnung zu GEH DENKEN, findet meine volle Unterstützung.

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Rainer Weigt 10. 02. 2009

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