Hartz-IV-Wahnsinn und die Mär vom Segen einer Schuldenbremse

Ohne andere Internet-Schreiber/innen damit vor den Kopf stoßen zu wollen, die selbst gute und zutreffende Artikel zum oben abgesteckten Themenfeld veröffentlichen, möchte ich in diesem Artikel die neuesten Beiträge von Scusi! und Egon W. Kreutzer als Vorlage aufgreifen, die „in gewisser Weise“ auch als Fundamenterweiterungen zu den „diversen Thesen“ angesehen werden können, die (auch) ich in der letzten Zeit aufzustellen wagte …

Scusi! = Reinhard Lütkemeier = hat heute unter dem Titel „Münte, die Stimme des Oberheuchlers aus dem Grab“ einen ziemlich deftigen Artikel zum „Reizthema Müntefering – Agenda-Politiker – SPD“ veröffentlicht, der einige „verbal-argumentative Grenzwertigkeiten“ aufweist, in der Sache aber nichtsdestotrotz den Nagel auf den Kopf trifft. Er behandelt, grob oberflächlich zusammengefasst, die Lüge von der ach so gut funktionierenden „Jahrhundert-Reform Hartz IV“ und deren unübersehbar in der rigorosen aber als alternativlos „unter Denkmalschutz gestellten“ neoliberalen Heilslehre wurzelnden elitären Vorgaben. Das Müntefering dabei besonders schlecht wegkommt und völlig zu Recht die Hauptwucht des ebenso berechtigten Zorns des Autors abbekommt, ist der simplen Tatsache geschuldet, dass er sich neben den übrigen „Antidemokraten“ wie Clement, Steinrück, Steinmeier und den „Altgedienten“ wie Schröder und Eichel immer besonders um die Zerstörung ursprünglich sozialdemokratischen Gedankenguts verdient gemacht hat … und auch gerne mal zu menschenverachtenden, extrem an „braune Vorzeiten“ erinnernden Verbalentgleisungen in Richtung der zu Schuldigen umdefinierten Opfern dieser Politik zu greifen pflegt. – Diese Anleihen an unbestreitbar braunen und rassistischen Denkweisen ist allerdings ein Phänomen, das man auf fast allen Politikfeldern als allgegenwärtige und schwer zu übersehende Warnzeichen vor den berüchtigten Anfängen erkennen muss, gegen die wir uns alle vehement verwehren sollten!

Egon W. Kreutzer beglückt uns heute mit dem jüngsten Werk aus seiner Reihe „Paukenschlag am Donnerstag“ und widmet sich – wie ich finde – nach dem letzten Artikel zu „BadBank und alternativen gangbaren Wegen aus der Krise“ (ich hatte ihn schon mehrfach verlinkt) folgerichtig dem neuesten Geniestreich aus der Berliner Polit-Giftküche … Der „Schuldenbremse per Grundgesetz“.

Besonders genial ist der Ansatz, den Unsinn dieser (wenigstens widersinnigen) „Schuldentilgungsphantasie“ in behutsamen und leichtverdaulichen „Drei-Schritten-Häppchen“ zu widerlegen, womit sichergestellt sein sollte, dass auch des eigenständigen Denkens nicht eben mächtige Politiker/innen quasi dazu gezwungen werden, die unbestreitbare Richtigkeit der Argumentation zu erkennen … deshalb denke ich, dass diese Art des Aufzeigens und Erklärens auch für Otto Normalbürger/innen mit ähnlichen Denkdefiziten und hochgradigen Schädigungen des problem- und lösungsbezogenen, natürlichen Denkvermögens besonders geeignet erscheinen sollte.

Die aufgestellten Thesen und die dazu gelieferten Belege sollten für den objektiven Betrachter durchaus auch darauf hinweisen, dass jene Argumente, die ich in meinen eigenen Artikeln über den weiter gefassten Rahmen der Gesamtproblematik unserer Gesellschaft und des „Pseudostaates“, in dem diese vor sich hin zu vegetieren verdonnert ist (nicht ohne eine gehörige Portion Eigenverschulden), „so falsch“ nicht sein können. – Das gilt natürlich auch für eine ganze Reihe von anderen, sehr guten und unterschiedliche Sachverhalte korrekt darstellende Artikel anderer Seiten.

Der hervorragende Eindruck, den die sachliche Auseinandersetzung mit dem neoliberalen Megaschwachsinn der „Schuldenbremse“ – die selbstverständlich nur die Armen und Schwachen betreffen und die bereits nahezu perfektionierte Umverteilungsmaschinerie zugunsten der reichen Eliten höchstens noch effizienter machen soll – wird leider durch den zweiten Teil des Paukenschlags ein wenig getrübt, in dem sich Egon W. Kreutzer zu einem „Meinungskrieg“ mit dem Betreiber der Seite Infoportal – Deutschland und Globalisierung, Dr. Joachim Jahnke äußert. In etwas allgemeinerer Form werde ich mich diesem Thema in einem später noch zu veröffentlichenden Artikel – auch „aus Eigeninteresse“ etwas eingehender annehmen.

Hier und jetzt möchte ich nur darauf hinweisen, dass es gerade diese „Befindlichkeiten“ und aufeinander prallenden, tatsächlichen oder vorgeblichen „unterschiedlichen individuellen Kompetenzen“ sind, die seit Jahren eine vernünftige und der, wenn auch auf unterschiedlichen Wegen, gemeinsam vertretenen Sache dienliche Koordination von intellektuellem, aktivem sozialen und politischen, aber auch menschlichem Widerstand „verunmöglichen“. Deshalb sollte man diesen zweiten Teil und auch die nachfolgend veröffentlichten Kommentare durchaus ebenfalls lesen!

Zur Sache selbst kann und brauche ich wohl nichts mehr zu schreiben, weil meine bekanntlich und nachweislich an der (globalen und nationalen) Gesamtproblematik ausgerichtete Sichtweise in diversen Artikeln dargestellt wurde. Diese „sachbezogenen Artikel“ werde ich in dem in Kürze online gehenden „AmSeL-DVG-Workshop“ auf einer separaten Seite „Infos & Downloads“ als PDF-Dateien auch in Zukunft archivieren sowie für interessierte Leser/innen und potentielle Mitstreiter/innen zur Verfügung stellen.

Zum Abschluss noch die Bitte und eindringliche Empfehlung, die oben genannten Artikel unbedingt zu lesen und mit Blick auf die unübersehbar entstehende Situation in unserem Land ernst zu nehmen.

Weitere Empfehlungen des Tages werden zu späterer Stunde natürlich auch noch folgen.

3 Antworten

  1. Hallo,

    erst mal danke für den Link … das Studium dieses wahrlich abgehoben klingenden Elaborats sollte die Meinungsbildung der hier lesenden Besucher fraglos entscheidend erleichtern.

    Es wäre aber nett und für eine Diskussion fraglos auch förderlich gewesen, wenn der Link mit einem persönlichen Kommentar versehen worden wäre. Was ich jetzt mal so anmerken möchte, ohne dies wertend zu meinen.

    Was Herrn Dr. Jahnke betrifft, so habe ich schon des Öfteren gewisse Probleme damit gehabt, seiner Argumentation zu folgen, da er einerseits aufklären zu wollen vorgibt und andererseits häufig sehr eng an die elitäre Meinung angelehnte „Zwischentöne“ einbaut. Das soll seine Leistung in Sachen „Beweismittelbeschaffung“ und „Erweiterung des argumentativen“ Horizonts keineswegs schmälern, muss aber im Auge des unvoreingenommenen Betrachters doch „ein wenig“ zugunsten der Argumentation von Herrn Kreutzer wirken …

    Das ist nur meine „spontane Ansicht“ – und ich würde mich freuen, wenn der oder die eine oder andere Leser/in auch seinen/ihren persönlichen Eindruck beitragen würde.

  2. Resultat: Die dumme deutsche Hammelherde wird weiter die Blockparteien CDU, SPD, FDP, Grünen wählen.

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