Doch noch ein paar Gedanken zu Israel und Gaza …

… mit Bezug auf die jüngsten Vorfälle zwischen Israel und Palästina.

Wie heißt es doch gleich so schön? Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt … damit meine ich natürlich, dass ich mich von nun an wieder ausschließlich anderen Betätigungsfeldern zuwenden und die Berichterstattung und/oder Analyse zu diesem Thema anderen Kolleginnen und Kollegen überlassen wollte. Aber nachdem ich heute über einige Berichte der Gattung „solche und solche“ gestolpert bin, muss und möchte ich doch noch mal meinen Senf dazugeben.

Das Thema „Waffenruhe“ – egal, wie man die Erwartungen und Motivation der Hamas beurteilen mag oder muss – ist von Seiten Israels doch nicht einen Moment lang ernst genommen worden. Wie schon im letzten Statement dieses Blogs zu bedenken gegeben wurde, muss man den historischen Ablauf des „Konflikts“ und die daraus unweigerlich erwachsenden Auswirkungen „auch auf die aktuelle Situation“ kennen und beherzigen, wenn man sich darüber eine Meinung bilden und an der Diskussion – die heute noch wichtiger als während des „offiziellen Krieges“ ist und bleibt – beteiligen können möchte.

Zunächst möchte ich auf einige Berichte und Artikel hinweisen, die ich auch schon in meinen heutigen „Leseempfehlungen“ vorgestellt hatte.

Zum einen „Situationsberichte“ von petrapez (Radio Utopie) und He-Ka-Te (Duckhome), die etwas tiefere Einblicke in den aktuellen Vorfall anbieten. – Des Weiteren möchte ich auch den Kommentar der Redaktion von mein Parteibuch nochmals anführen, weil die gedankliche historische und menschliche Querverbindung zwischen dem Holocaust an den europäischen Juden und dem Vorgehen des israelischen Führungsregime gegen die Bevölkerung von Gaza nicht nur erschreckende Parallelen aufweist, sondern von den „Pro-israelischen Stimmen“ (in Deutschland vor allem der Zentralrat der Juden) im gleichen Atemzug mit kindischen „Protestaktionen“ gegen den Bundestag in Sachen Gedenktag (wo sie ja generell vor allem „treue Freunde“ haben) verleugnet wird.

Zuguterletzt möchte ich in Ergänzung zu dem Artikel von Prof. Avi Shlaim, den meine „Kollegin“ Josephine dem „morgendlichen“ Beitrag zum gleichen Thema beigefügt hatte, noch eine weitere kritische und in der Welt sicherlich angesehene Persönlichkeit zu Wort kommen lassen. John J. Mearsheimer, seines Zeichens Professor für Politikwissenschaft an der Universität Chicago und kritischer Mitautor des Buches Die Pro-Israel-Lobby und die US-Außenpolitik hat in einem über Tlaxcala (das Übersetzungsnetzwerk für sprachliche Vielfalt) veröffentlichten, von Inga Gelsdorf und Ellen Rohlfs übersetzten Artikel Ein anderer Krieg, eine andere Niederlage eine ausführliche und überzeugende Analyse dazu abgegeben. Es würde sich auch für „Kritiker der Kritik an der israelischen politisch-militärischen Führung“ durchaus geziemen, sich diese Darstellung auch einmal durchzulesen und zu Herzen zu nehmen!

Was John J. Mearsheimer beschreibt, ist nichts anderes als das, was viele kritische Menschen (meine Wenigkeit eingeschlossen) zumindest als Spitze des Eisbergs der wahren Gründe für den „Nahost-Konflikt“ insgesamt und die Besatzungspolitik in Bezug auf die palästinensischen im Speziellen erkannt und immer wieder zu Recht und in keinster Weise von antisemitischem Gedankengut angetrieben zur Sprache gebracht haben.

Wenn wir nun nur die Ereignisse „seit Ausrufung der Waffenruhe“ und die von israelischen Verantwortlichen ungebrochen dafür vorgeschobenen und verlogenen Begründungen betrachten, dann sehen wir um so deutlicher, dass jede kritische Stimme gegen Israel – den rassistischen und Kriegsverbrechen zur Selbstverteidigung umdefinierenden Apartheidstaat Israel – noch lauter als je zuvor zu ihrer Überzeugung stehen muss, damit dieser menschenverachtende, zerstörerische und definitiv falschen und von niemandem gutzuheißenden „Zwecken, Zielen und Werten“ dienende Wahnsinn nicht nur nie vergessen gehen kann, sondern endlich auch die angemessenen und geeigneten Reaktionen der Weltgemeinschaft aller Menschen gegenüber den überführten und umfassend verantwortlichen Schuldigen erzwungen werden können!

Das ist nur meine Meinung, die meine engsten Freunde und Mitstreiter zu teilen bereit sind und die gewiss nicht gegen „Juden“ gerichtet ist, sondern jedes elitär-arrogante und menschliches Leid bis hin zum Tod zum „Mittel zum Zweck“ erhebende Regime auf der ganzen Welt genauso unversöhnlich hart treffen muss und wird!

Diese Meinung kann und möchte ich niemandem aufzwingen, aber ich muss noch einmal und mit erheblich größerem Nachdruck den Appell an alle Mitbürger/innen in diesem Land und alle Menschen dieser Welt richten, sich nicht länger von den infamen Propagandalügen der Verantwortlichen innerhalb und außerhalb Israels für dumm verkaufen zu lassen und die Opfer dadurch nicht länger zu Tätern abzustempeln. Das ist nicht nur unwahr und ungerecht – es wäre ein Verbrechen gegen jede Menschlichkeit und Wahrhaftigkeit dessen sich jeder schuldig macht, der den abstrusen Unsinn glaubt, der vom Propagandakrieg der „Verteidiger Israels“ in die Welt gesetzt und insbesondere von den Milliardärsmedien der Komplizenstaaten bedenken- und gedankenlos weiterverbreitet wird!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

Eine Antwort

  1. in arbeit: aufgelesen 96…

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    – Hetze als mediales Spektakel
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