• Um neue Beiträge per E-Mail zu erhalten, hier die E-Mail-Adresse eingeben.

    Schließe dich 48 anderen Followern an

Analyse Hessenwahl mal anders

Um es gleich klarzustellen, ich werde jetzt nicht noch einmal in die Analyse des Wahlausgangs einsteigen oder darauf eingehen, was das für Hessen bedeuten wird … mir geht es darum, aufzuzeigen, dass der Erfolg der „christlich-liberalen“ Zweckgemeinschaft auf Bundesebene gerade für die Partei des brutalstmöglichen „Wahlsiegers“ einen gewaltigen Pferdefuß hat, welcher insbesondere unserer ehrenwerten Frau Oberwichtig … äh, ich meine natürlich Bundeskanzlerin … gehörige Magenschmerzen und Schlafstörungen verursachen dürfte!

Auch wenn es für eine Aussage dieser Art nicht unbedingt nötig ist und meine Informationsquellen gewöhnlich ganz andere sind, möchte ich zu ihrer Untermauerung einen Artikel anführen, der heute auf stern.de erschienen ist. Darin geht es um das Treffen Frau Merkels mit dem Überwahlsieger Westerwelle im Kanzleramt. Die darin angestellten Analysen und Spekulationen kann man weitestgehend übernehmen, auch wenn man bei dem einen oder anderen Detail seinen eigenen Grips anstrengen und die vorgegebene Argumentationslinie hinterfragen sollte.

Ergänzen möchte ich die „Quellenangaben“ um einen eigenen Bericht vom 9. Dezember, in dem ich bereits „zu prognostizieren wagte“, dass für Angela Merkel nicht nur das An-, sondern bereits das Auszählen beginnt, und runde das ganze mit einem interessanten Beitrag von Albrecht Müller (NachDenkSeiten) zum Thema „Fremdbestimmung“ ab. Hierbei kommt es mir natürlich besonders auf die eingangs des Artikels zitierte Wortmeldung eines Lesers an, in dem dieser die engen Verflechtungen Merkels mit den „weiblichen Köpfen“ der Mediendynastien Mohn und Springer hervorhebt, sowie auch auf die Initiative D21 hinweist … die „Organisation“ dieses – selbstverständlich gemeinnützigen – Vereins, der unter Schröders Ägide gegründet, von der GROKO (Merkeladministration) zwischenzeitlich jedoch zum „Kompetenznetzwerk“ aufgewertet wurde, sollte man sich mal in aller Ruhe zu Gemüte führen! – Der Rest des Beitrags, obwohl nur als Spitze des Eisbergs der lukrativen Fremdbestimmung auf Seiten von FDP und CDU/CSU zu bezeichnend und noch ziemlich diplomatisch gehalten, ist aber auch interessant.

Nun gut, so viel zur Einleitung, Einstimmung und Erläuterung …

Egal wie gut sich Angela Merkel auch mit Liz Mohn und Friede Springer verstehen mag – und wie erbittert bis verzweifelt sie sich bei den korporativen Eliten unseres Landes, Europas und der Welt lieb Kind zu machen versucht, gerade der Ausgang der Hessenwahl wird ihrer Karriere alles andere als förderlich sein. Ihre mangelnde Kompetenz (nicht nur, aber besonders fatal) in Wirtschaftsfragen, die ihr in zunehmendem Maße herbe Kritik von dieser Seite einbringt und von jenen Mitstreitern, die sie um sich versammelt hat (Roland Koch eingeschlossen!) auch nicht ausgeglichen werden kann, spielt Westerwelle und seiner praktisch ausschließlich wirtschaftspolitisch-neoliberal aufgestellten FDP grandios in die Hände. – Und Westerwelle ist zwar kein guter Politiker und zudem ein Sozialdarwinist allererster Güte, aber er versteht es wie kaum ein anderer, Situationen und günstige Momente zum eigenen Vorteil auszunutzen. Und selbstverständlich – eine gehörige Portion Arroganz, Machtversessenheit und Geltungsdrang gehören bei ihm noch etwas mehr zum täglichen Handwerk als bei den meisten Konkurrentinnen und Konkurrenten!

Da die FDP in Hessen – im Gegensatz zur Koch’schen CDU – als klarer Wahlgewinner hervorgegangen ist und darüber hinaus in genügend Landesparlamenten vertreten ist, um der Großen Koalition (unter wankender Führung Merkels) im Bundesrat problemlos das eine oder andere Kuckucksei ins Nest legen zu können, kann und darf man davon ausgehen, dass es in den restlichen acht Monaten bis zur Bundestagswahl noch heiß und turbulent zugehen wird. Deswegen sicherlich auch Westerwelles beharrliche Weigerung, im Zusammenhang mit der Bundestagswahl jetzt schon eine Koalitionsaussage zu treffen … die soll erst zwei Wochen vor dem Wahltermin im September erfolgen, was nicht anderes bedeuten kann, als dass er die CDU/CSU auf kleiner Flamme garkochen möchte und fest darauf vertraut, dass ihr auch in anderen Kommunen und Ländern massenweise Wähler davonlaufen werden, die in seiner unveränderlich den neoliberalen „Lambsdorf-Kurs“ beibehaltenden und deshalb „vertrauenerweckende Kontinuität“ bietenden Partei Zuflucht suchen.

Eine gewisse Restangst, dass Merkel im September aufs sicherere Pferd setzen und bei einem (kaum zu erwartenden) knappen Wahlausgang lieber erneut eine GroKo mit der SPD bilden wollen könnte, ist bei Westerwelle und seinen Gefolgsleuten unbestreitbar vorhanden, aber wahrscheinlich dämpft er sie nach dem deutlich zweistelligen Ergebnis in Hessen mit einer „neuen Art von feuchten Träumen“ (bspw. 25 plus und der Hoffnung, im Bund zur zweitstärksten Partei aufsteigen zu können?), die bei einem Fortgang der momentan zu erkennenden Tendenz nicht einmal so abwegig wären. – Aber, mal wieder zurück auf den Boden der Realität: allzu groß ist diese Gefahr nicht wirklich, vor allem, weil ich heute noch eindeutiger als im Dezember darauf zu setzen bereit bin, dass Angela Merkel aus dieser Wahl nicht wieder als Bundeskanzlerin hervorgehen wird, egal wie sie nach Prozenten und Sitzverteilung auch immer ausgeht … regelmäßige Kaffeekränzchen mit Liz und Friede hin oder her!

Hierzu wird – oder sollte zumindest – auch die rückgratlose, realitätsfremde und menschenverachtende Solidarität mit dem israelischen Regime beitragen, die sie im weltweiten Vergleich zweifelsohne am abscheulichsten und massivsten gegen die Meinung ihres Wahlvolks bekundet hatte. Von diesem Kotau an die falsche Adresse sollte sie sich nicht mehr erholen dürfen! Aufgrund der sehr karriereschädlichen Kombination mit mangelndem Sachverstand und politischer Überzeugungskraft, die sich auch für die deutschen Geld- und Machteliten unvorteilhaft auswirken können, wird selbst Friede Springer kein Interesse mehr daran aufbringen wollen, an einem Kaffeetisch mit ihr zu sitzen …

Natürlich kann man auf der Basis dieser eher an „schadenfrohen Galgenhumor“ grenzenden Triumph über die „verlierenden Sieger“ von CDU/CSU – insbesondere der unausweichlich bevorstehenden Entthronung von Angie – keinen Optimismus für die politische und vor allem gesellschaftliche Zukunft unseres Landes entwickeln, aber man kann und sollte ihn als Antrieb nutzen, um echte Alternativen zu suchen und zu finden, mit deren Hilfe man allen untragbaren koalitionären Planspielchen der politischen Klasse einen dicken und endgültigen Strich durch die Rechnung zu machen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: