Finanzkrise & Hartz IV … Politik zwischen 1933 und 2009

Dass es wieder einmal die Ärmsten und Schwächsten in der Gesellschaft sein würden, die für die Großzügigkeit unserer Regierenden gegenüber den Banken und anderen (kriminellen) Zockern und Profitjägern werden bluten müssen, war sicherlich allen klar … aber was sich unser überaus (in)kompetenter Sozial- und Arbeitsminister – fraglos unter tatkräftiger Mithilfe der hinlänglich bekannten „Berater und Experten“ sowie begeisterter Zustimmung von Regierung und „Wirtschaft“ (allen voran fraglos die Zeitarbeitsbranche) hat einfallen lassen, zeigt endgültig auf wes Geistes Kind Herr  Scholz und die anderen Damen und Herren Volkszertreter in Regierungsverantwortung sind.

Wer mich und meine Ansichten kennt, weiß natürlich, was jetzt folgen muss, denn ich habe bereits mehr als einmal – wie viele andere auch – meinem „Eindruck“ Ausdruck verliehen, dass sich die heutige Politik und Gesamtsituation in unserem Land kaum von jener vor und während der Herrschaft der Nationalsozialisten unterscheidet. In ganz besonderem Maße gilt dies unbestreitbar für Hartz-IV-Geschädigte und alle anderen gesellschaftlichen Randgruppen, die sich neben einer brutalen Ausgrenzung einer regelrechten Verfolgungsbetreuung ausgesetzt sehen.

Ebenfalls mehr als einmal habe ich daran erinnert, was ja gerade die politische und teilweise auch die schreibende und „Wissen schaffende“ Zunft bezüglich einer jederzeit möglichen Wiederholung der Geschichte verlauten ließen … wehret den Anfängen! … und genau so oft habe ich deutlich gemacht, dass man diese Aufforderung heute mehr denn je wörtlich nehmen muss – und zwar in Anwendung gegen die Regierung, die Lobbyisten und all die Think Tanks und Sprachrohre eines aus derselben Zeit stammenden „wirtschaftlichen und gesellschaftlichen“, kürzer marktradikalen Gedankenguts!

Nicht nur ich habe außerdem immer wieder darauf hinzuweisen versucht – an die Adresse der vermeintlich „anständigen und deshalb von der schikanösen und grundgesetzwidrigen Behandlung sicheren“ Mitbürger/innen gerichtet – dass die Hartz-Gesetze (die Agenda-Politik) nur scheinbar alleine die davon direkt betroffenen Menschen in unserem Land bedroht. – Die jahrelange Stagnation der Reallöhne – im Bemühen unserer politischen Klasse, Deutschland zum Wohle der Global-Players – also des Exports als wesentlichen Bestandteil der globalen Neuordnung im Sinne der Geld- und Machteliten – zum größten Billiglohnland unter den erfolgreichen Industrienationen der Erde (noch nach den USA) zu machen. Das hat logischerweise Auswirkungen auf die lohnabhängig Beschäftigten aller Bevölkerungs- und Bildungsschichten … ebenso auf die Sozial-, Gesundheits- und Rentenkassen, die absolut abhängig davon sind, dass der Binnenmarkt (die Volkswirtschaft unseres Landes als solches) funktioniert und die benötigten Gewinne erwirtschaftet. Dem ist aber seit über zwanzig Jahren nicht mehr so … also muss die Gesellschaft endlich einsehen, dass die Arbeitslosen und Sozialgeldempfänger in der erdrückenden Mehrheit einerseits keineswegs selbst schuld sind an ihrem Elend und ihr Schicksal andererseits einen düsteren Ausblick auf die unmittelbare Zukunft auf mindestens bis zu 80 % unseres Volkes …

Besonders bezeichnend und zugleich inakzeptabel ist, dass diese „neuerliche Optimierung von Hartz IV“ wirklich sämtlicher vollmundig verbreiteter Propaganda in Sachen „Chancengleichheit und Förderung von Bildung“ Hohn spricht und uns wieder einmal unmissverständlich aufzeigt, dass der politischen Klasse kein Wort geglaubt und generell nicht vertraut werden darf. – Hier geht es einzig und allein darum, das Heer der „unqualifizierten Arbeitskräfte“ nicht nur groß zu halten, sondern mit den nachfolgenden Generationen noch zu vergrößern … in Verbindung mit den ebenfalls schon laut gewordenen Forderungen nach „Wiedereinführung der Zwangsarbeit“ und insbesondere vor dem Hintergrund des Schicksals der Leiharbeiter im Zusammenhang mit der „Weltfinanzkrise“ sollte und muss das jedem zu denken geben – und meiner Ansicht nach dazu führen, das jeglicher in diese Richtung gehenden Politik eine klare und nicht zu überhörende Absage erteilt werden muss. – Und zwar im sprichwörtlichen Sinne des Gemeinwohls …

Mehr schreibe ich dazu nicht mehr, da – wie erwähnt – alles schon mal geschrieben und dargestellt wurde, aber zur Bestätigung meiner persönlichen Meinung sowie als Informationsbroschüre für alle Gesellschaftsschichten verweise ich hier noch auf einen Beitrag der Neuen Rheinischen Zeitung (Onlineausgabe), in dem der Autor Hans-Dieter Hey alles absolut zutreffend und überzeugend darlegt. – Für Leserinnen und Leser, die mit der Bildschirmdarstellung Probleme haben, habe ich den Artikel als PDF-Kopie zum Download bereitgestellt. —> staatliche-repression-als-weihnachtsgeschenk

Beschließen möchte ich meinen „ziemlich wütenden“ Kommentar wieder einmal mit dem dringenden Appell an alle mündigen und selbständig denkenden Menschen in unserem Land, diese Meldung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen oder als „sie nicht betreffend“ einzustufen … Hartz IV ist meiner Ansicht nach nicht mehr und nicht weniger als ein Schritt in Richtung „düstere alte Zeiten in Neuauflage“ und am Ende wird das gesamte Volk gezwungen werden, ihn zu gehen …

Klassenübergreifende, entschlossen gelebte und praktizierte Solidarität sowie ziviler, politischer Widerstand jetzt, muss deshalb die Parole für uns alle lauten!

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4 Antworten

  1. >>>… Hartz IV ist meiner Ansicht nach nicht mehr und nicht weniger als ein Schritt in Richtung „düstere alte Zeiten in Neuauflage“ und am Ende wird – das gesamte Volk gezwungen werden -, ihn zu gehen …<<<

    Das sollte jedem Bürger ganz ernsthaft zu Denken geben!!!

    Gerade die von der jetzigen Krisensituation gebeutelten Bürger, die heute nicht wissen, wie es morgen finanziell weitergehen soll, stehen zuerst vor diesen „düsteren Zeiten“.

    Folgen werden noch viele Bürger im nächsten Jahr, die es heute noch nicht wissen! Dazu werden Menschen vieler Bereiche gehören.

    Erwacht denn Deutschland eigentlich erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist? Oder das gesamte Volk weder Arbeit noch Brot hat?

    Leute!

    Wenn Ihr Eure Augen nicht gebraucht um zu sehen,
    werdet Ihr sie brauchen um zu weinen“!
    (Jean Paul Sartre)

  2. Hallo Mamamia,

    gute Frage, eigentlich sollte man ja meinen, dass die Glocken mittlerweile laut genug tönen, aber viele Menschen hierzulande scheinen einen extrem tiefen Schlaf zu haben?

    Nun ja, lassen wir sie schlummern … das böse Erwachen wird noch früh und heftig genug folgen.

  3. Erwachen wir!

    Gerade erst wieder, haben viele Menschen hier in Deutschland erneut erfahren müssen, wie unsicher doch eigentlich ihre vermeintlich „sicheren“ Arbeitsplätze zu sein scheinen. Viele wirtschaftliche Zweige sind inzwischen von Arbeitslosigkeit betroffen.

    Jetzt aber hat die Adventszeit begonnen und die Menschen konzentrieren sich, wie jedes Jahr, auf Weihnachtsfeiern und die Weihnachtsfeiertage. Soweit so gut.

    Die Weihnachtsmärkte sind eröffnet und man sieht ihn sich an oder auch zwei oder drei. Menschen bleiben ja doch eigentlich Kinder.
    Sie freuen sich auf die Atmosphäre, welche die Weihnachtsmärkte ausstrahlen. Die Städte, sonst oft leergefegt, sind jetzt voll Menschen und man sieht reges Treiben überall. Man sollte meinen, alles ist wie immer. Die Menschen kaufen, rennen und hasten in die Geschäfte, als wollten sie alle zum Fest noch rechtzeitig ihre Geschenke schnell zusammenkaufen.

    Ich sehe mir bewußt die Menschen in unserer Fußgängerzone an und denke, sie müssen eigentlich alle noch viel Geld besitzen. Überall stehen Grüppchen mit Glühwein, Bratwurst und Waffeln in der Hand…und schimpfen lauthals über steigende Preise und der immer größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich.

    Dann beißen sie herzhaft in ihre Bratwurst… und schlucken den Bissen mitsamt dem Preis der Wurst, hinunter!

    Ich gönne uns allen von Herzen, daß wir uns in Zukunft schöne Weihnachtsmärkte und Weihnachtsfeste noch leisten können.
    Aber einige Mitmenschen werden schon in diesem Jahr weder große Geschenke kaufen können, geschweige denn, schöne Weihnachten feiern können, denn sie zittern um ihre Arbeitsplätze. Andere sind inzwischen schon verarmt. Verarmt in einem Land namens Deutschland, welches für Fremde einst das „Tor zum Wohlstand“ war.

    Freuen wir uns auf besinnliche Adventstage im Kerzenlicht und auf kommende Weihnachtsfeiertage im Kreis der Familie. Wir sollten aber weniger mit Geschenken glänzen – als mit „mehr Miteinander“!

    Vergessen wir nicht, daß es längst nicht mehr allen Menschen in unserem Lande gut geht – am Ende diesen Jahres 2008.
    Es wäre schön, wenn wir uns mehr auf unsere Mitmenschen besinnen, die unserer Hilfe dringend benötigen – in diesen schwierigen Zeiten!

    Zeigen wir Menschlichkeit und Wärme füreinander –
    denn das ist der Sinn des Lebens!

  4. Ja, Mamamia … es sei den Menschen durchaus vergönnt, aber man sollte ihnen wirklich etwas mehr Realitätssinn, Weitsicht und Erkenntnis unter den Weihnachtsbaum legen. Sich hinter den alten Fassaden einer vom Kommerz umgetriebenen Welt zu verstecken, kann in der gegenwärtigen Situation weder Schutz noch Zuflucht verheißen … der Schock, wenn alle Kulissen von weiteren Krisen, elitärer Raffgier und eben solchem Machtwahn sowie „sich endlos fortsetzenden politischen Glanzleistungen“ (Vasallendienste für die edlen Fürsten der Geldströme) weggerissen werden, wird dann nur um so brutaler und drastischer ausfallen.

    Ansonsten … nun, den Menschen, die diese trügerischen Fassaden nicht nur durchschaut, sondern auch als Teil des „Problems unserer Zeit und Gesellschaft“ erkannt haben – oder wenigstens dabei sind, die Wahrheit hinter dem dichten Wald der Medienlügen zu erahnen, kann ich nur eindringlich ans Herz legen, Deinen Ratschlag anzunehmen.

    Der einzige Schutz kann und wird nur darin bestehen, die alten Werte wieder zu entdecken, mit neuem, starken Leben zu erfüllen und menschliche Solidarität als Schutzwall gegen ausufernde „kapitalinteressen“ aufzubauen … aber was nutzen all diese guten und vernünftigen Appelle, wenn niemand hinhören und verstehen will? – Ich weiß es nicht – ich weiß nur, dass ich mich genau so wenig für dumm erklären und verkaufen lassen werde wie Du! – Und ich denke, die Zahl der Mitmenschen, die gerade so denken, nimmt mit jedem Tag zu.

    LG und bis bald
    Hans.

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