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Kritisches und solidarisches Engagement unvereinbar mit Individualismus?

Mit diesem – bewusst provokanten – Titel möchte ich mal eine Diskussion aufgreifen, die der Blog Feynsinn hier und hier angestoßen sowie hier zwar aus nachvollziehbaren Gründen, aber doch bedauerlicherweise (vorläufig) wieder abgeschlossen hat. Sein Vorschlag, dass die Bloggerszene sich zum Zwecke der Generierung einer „lautstarken“ und überzeugenden Gegenöffentlichkeit zusammentun, austauschen und vernetzen sollte, hat aber eine beachtliche Diskussion (unter dem ersten Link) mit zum Teil höchst beachtenswerten Anregungen ausgelöst. Aufgegriffen wurde sie (u.a. oder so weit mein derzeitiger Feedbestand es hergibt) vom Öfferdinger Freidenker sowie von Mein Parteibuch

Nun gehöre ich natürlich ebenso wenig zur anerkannten Sphäre der kritischen Blogger wie ich mir diese Bedeutung jemals anmaßen würde, aber – mit Verlaub gesprochen – im Endeffekt weisen diese Denkansätze, wenn auch im kleineren und exklusiveren Rahmen ausgetauscht, so doch zumindest in die gleiche Richtung wie die Überlegungen, die mich zum Eröffnen meines Blogs bewogen hatten … die Bündelung einer alternativen und an echten Veränderungen im demokratischsten und gewaltfreien Sinne des berechtigten Anspruchs auf Ausgleich zwischen den „Kapitalinteressen“ und dem viel zitierten, aber meist verlogen missbrauchten Gemeinwohl.

Fraglos gibt es schon eine Reihe von sehr guten Blogs und Seiten, die sich der Entlarvung der infamen Desinformation durch die Milliardärsmedien und deren beratend und schmarotzend mitmischenden „wissenschaftlichen“ und politischen Sprachrohre / Multiplikatoren anzunehmen versuchen. Im Verlauf der oben dargestellten Diskussion wurden bspw. und vollkommen zu Recht die NachDenkSeiten, Net News Global oder Telepolis/Heise als gute und erfolgreiche Ansätze angeführt, die sich aber aus den unterschiedlichsten Gründen (viele wurden in den Beiträgen und Kommentaren benannt) trotz aller investierten Energie und Zeit noch nicht so recht als echtes Gegengewicht zu den gleichgeschalteten Maintream-Medien etablieren konnten. – Meiner Meinung nach sollte man in diese Reihe durchaus auch „Dr. Wo“ und sein Netzwerk der Meudalismus-Gegner sowie Egon W. Kreutzer mit seinen Paukenschlägen und der Antides-Plattform mit Volkszornindex aufnehmen … aber auch eine ganze Reihe von tollen, lesenswerten und hochgradig informativen Blogs, die ich hier aus Zeit und Platzgründen nicht einzeln namentlich aufführen kann, die aber sicher nicht nur zu meiner regelmäßigen Lektüre zählen.

In der besagten Diskussion sind mir einige „altbekannte“ Faktoren aufgefallen, die auch ich als Hemmnisse beim Bemühen um eine konkrete, konstruktiv kooperierende und „klassenübergreifende“ Zusammenarbeit immer wieder angetroffen habe …

Beispielsweise die „ewigen Bedenkenträger“, die an jeder „zu revolutionären oder innovativen“ Idee aus Prinzip etwas auszusetzen haben … das immer wieder und gerade in kritischen / aktiven Kreisen geballt anzutreffende Phänomen des „kontraproduktiven Individualismus“ (siehe Titel des Artikels) … aber auch die einseitige Konzentration auf vermeintlich zielführende Prioritäten, die allerdings einen wesentlichen Punkt in Bezug auf die Schaffung einer starken und „wettbewerbsfähigen!“ Gegenöffentlichkeiten in unschöner Regelmäßigkeit außer Acht lässt … was ich meine ist der schwerlich zurückzuweisende und gerade mit Blick auf die unbedingt erforderliche politische Meinungsbildung von unten nach oben unabdingbare Masse der zu erreichenden Zielgruppe – diese, davon muss man heute leider mehr als je zuvor ausgehen, lässt sich alleine übers Internet oder meinetwegen durch die öffentliche Konfrontation regionaler Politiker mit der von uns vertretenen Gegenmeinung sicher nicht aktivieren.

Wie man in meinen „sachbezogenen“ Beiträgen nachlesen und nachvollziehen kann, bin ich durchaus ein vehementer Verfechter von individuellen Ansichten, Kompetenzen und Fähigkeiten, die auch „der von unserem Verein vorgeschlagene Weg“ weder eliminieren noch uniformieren, sondern schlicht und ergreifen optimal zusammenführen soll (in welcher Form und unter welchem „Kriegsnamen“ wäre für mich persönlich absolut zweitrangig). Ein wirklich funktionierender und dem Vorsprung, den die gedungenen oder selbst rigoros und infam profitierenden Meinungsmacher / -verdreher, professionellen Lügenfabrikanten oder Nebelkerzenwerfer in Sachen Manipulation der sehr empfänglichen Massen gewonnen haben, erfolgversprechend entgegenwirkender intellektueller und praktischer Widerstand kann nur aufgebaut und umgesetzt werden, wenn er parallel auf allen Ebenen und mit allen sich anbietenden Mitteln vorangetrieben wird – natürlich, das war und ist nur meine unmaßgebliche und persönliche Meinung, aber ich denke, sie ist durchaus in sich schlüssig und muss deshalb nicht versteckt werden?

Eine ganz wichtige Anregung, die auch in der vorausgegangenen Diskussion angesprochen wurde – und die auf meine oben dargestellte Spezifizierung in Sachen Gegenöffentlichkeit und aktiver, praktischer Widerstand (worunter ich auch, aber nicht in erster Linie Demonstrationen – bringt derzeit „hierzulande“ offenkundig herzlich wenig, ich weiß … deshalb vielleicht besser große Kundgebungen und Mahnwachen … verstehe) ausgedehnt werden sollte (müsste), ist die stärker als bisher praktizierte Vernetzung untereinander. Das muss also sowohl für die kritischen Stimmen im Netz als auch für die Aktivisten (Initiativen, Bürgerbewegungen, Vereine und engagierte Individuen etc. pp) gelten, damit wir „hör- und sichtbarer“ werden – und somit von unseren Widersachern auch immer weniger ausgeblendet oder einfach totgeschwiegen werden können.

Ich denke, das könnte wirklich der Weg sein – ergänzt um weitere Konzepte und Ideen, die man nach und nach gemeinsam entwickeln könnte -, um das von allen angestrebte, wenn auch sehr unterschiedlich verfolgte Ziel noch rechtzeitig vor den entscheidenden Wahlen im kommenden Jahr erreichen zu können!?

Dazu übrigens noch etwas … es wäre meiner Ansicht nach keineswegs verkehrt, wenn man die in Kürze anstehende Neuwahl in Hessen (trotz der sehr knappen Zeit und scheinbar regional begrenzten Bedeutung … in diesem Zusammenhang sollte man aber die Tatsache bedenken, dass diese Wahl von allen beteiligten Parteien schon vor der Auflösung des Landtags als „richtungsweisend“ für die kommende Bundestagswahl angepriesen und dies von den Hofberichterstattern und medialen „Politikberatern“ auch – verbunden mit der gewohnt infameen Hetze gegen „alle verfeindeten linken Kräfte“ – entsprechend verbreitet wird!) aufgreifen und wenigstens als „direkt betroffener Bürger vor Ort“ bereits dazu verwenden würde, das gemeinsam anzuvisierende Ziel auch „öffentlichkeitswirksam“ ins Auge zu fassen … man müsste dann halt kurzfristig klären, wie sich das – abgesehen vom Bombardieren der „heimischen Abgeordneten“ mit kritischen Fragen und eigenen Interpretationen bezüglich der akuten Ausgangslage und des bislang geflissentlich missachteten, aber bei der regulären Wahl klar für eine „linke Mehrheit“ plädierenden Wählerwillens – am sinnvollsten bewerkstelligen lässt.

Aber gut, so weit mein Beitrag zur Diskussion und meine Sicht der Dinge, die ich jetzt einfach mal so in den Raum zu stellen wage …

3 Antworten

  1. „Kritisches und solidarisches Engagement unvereinbar mit Individualismus?“

    Ja, es ist zumindest für eine gewisse Zeit unvereinbar. Ich habe in meinem Umfeld die Diskussion losgetreten, die Basis zum Kennenlernen verteilt.

    Erste Aussagen:

    Wenn meine Kinder „groß“ sind, dann werde ich mich engagieren!
    Ich bin nicht bereit, dir dafür „Freizeit“ einzuräumen!

    Klar ist doch, dass im Umfeld wirtschaftlich relativ unabhängiger Personen das „Ich – inkl. der Familie“ Vorrang hat. Dieser Personenkreis wird erst dann zu einer Masse werden können, wenn das wirtschaftliche Umfeld zusammenbricht. Aus heutiger Sicht leider zu spät ( das wird dieser Personenkreis dann später auch von sich geben).

    Ich bin überzeugt, wir brauchen ein Sprachrohr an den Universitäten. Und wir sollten versuchen, uns in den Medien breit zu präsentieren. D.h. u.a. Teilnahme an Diskussionen (zunächst in den Blogs) von Will, Maischberger und Co aber auch auf den Seiten der Kanidaten der „Volksparteien“. Ihnen sozusagen permanent ihre Heuchlerei und Lüge spiegeln.

    Obama hat seine Wahl im Internet und dank der Finanzkrise gewonnen.

    Und wir können uns im Internet breit machen, wir müssen! Jeder Mitstreiter muss! seinen E-Mail-Bestand abarbeiten. Jeder Mitstreiter muss! auch Krisen im eigenen Umfeld einplanen. Das „Ich“ vorübergehend eleminieren.

    Ich bin bereit.

  2. Hallo rene,

    erst mal danke für Deinen Beitrag. Natürlich ist Deine Darstellung des derzeitig (eigentlich immer) vorherrschenden Denkens in den Kreisen derer, die sich von den schlimmsten Auswirkungen der „inneren und äußeren Krisen“ noch nicht direkt betroffen wähnen, vollkommen zutreffend … und im höchsten Maße bedauerlich sowie extrem kontraproduktiv und kurzsichtig.

    Aber … nur um das für die Allgemeinheit klarzustellen … der Titel meines aktuellen Beitrags zielte gar nicht auf diese „verblendeten Begrffsverweigerer“ ab, sondern auf die bereits mehr oder minder hochgradig aktiven Frauen und Männer der Bloggerszene und des vielschichtigen Widerstands gegen eine verfehlte (in den maßgeblichen Kreisen aber für „alternativlos notwendig“ gehaltene und auch so verkaufte) Politik.
    Gerade hier, wo sich enorme Kompetenz und Potentiale finden lassen, gilt das „Ich … und meine Ansichten/Ideen“) immer noch oftmals mehr als die verfolgten Ziele, was letztendlich jeder ernstgemeinten demokratischen und erfolgversprechenden „Aufbruchs-„Bewegung gewaltig im Wege steht und ungeheure Energien vergeudet, die gebündelt und sinnvoll koordiniert enorm viel bewegen könnten.

    Ansonsten stimme ich Dir zu und würde mir generell wünschen, dass gerade WIR deutlich machen, dass wir wie ein/e Frau/Mann (oder nehmen wir doch einfach „ein Geist und eine Seele“) zu dem Willen stehen, den längst über „bloße Anfänge“ hinaus gehenden Machenschaften der realen oder Pseudoeliten entschlossen Paroli zu bieten.
    Über den genauen Weg, wie wir die benötigte Gegenöffentlichkeit kurzfristig und weitreichend verwirklichen können, sollte und muss sich jeder gewillte Mitstreiter selbst Gedanken machen und die jeweiligen Ergebnisse in einen „Ideenpool“ einbringen – während er oder sie nebenbei unbeirrbar den eigenen Weg weiter verfolgt und die eigenen (individuellen) Vorstellungen zu verwirklichen trachtet … das kann und wird später in die „Macht der korrigierten Öffentlichkeit“ einfließen, wenn es wirklich gemeinschaftlich versucht und umgesetzt werden kann.

    Nochmals danke – auch und vor allem für die unmissverständlich zum Ausdruck gebrachte Bereitschaft!

  3. […] Kritisches und solidarisches Engagement unvereinbar mit Individualismus? […]

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